Ergotherapie Wuppertal

Die Ergotherapie des Therapiezentrum Wuppertal Mark Buchholz fördert die sensomotorische Entwicklung psychischer , kognitiver und affektiver Fähigkeiten um eine bestmögliche Alltagstauglichkeit und Fähigkeit zu erzielen.

Wer erhält Ergotherapie Wuppertal?

Unsere Fachbereiche umfassen die Behandlung von Säuglingen bis zum Erwachsenen. Unsere qualifizierten Mitarbeiter sind für Behandlungen aller Altersstufen geschult.

Bitte lassen Sie sich über unsere Leistungen im Bereich der Ergotherapie Wuppertal unverbindlich bei uns beraten.

Wer verordnet Ergotherapie Wuppertal?

Ergotherapie wird vom zuständigen Hausarzt , Kinderarzt und Facharzt verordnet und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen erstattet.

Sollten Sie sich über die Vorgehensweise nicht im Klaren sein, beraten wir Sie natürlich gerne und unverbindlich. Bitte sprechen Sie über Telefon, oder über unser Anfrageformular, einen Termin mit uns ab.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie Wuppertal?

Die Ergotherapie Wuppertal des Therapiezentrums Wuppertal Mark Buchholz verfolgt eine größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltagsleben und im Berufsleben . Im Bereich der Ergotherapie Wuppertal sind Sie in unserem hause bestens aufgehoben.

In welchen Fachbereichen arbeitet die Ergotherapie Wuppertal?

Die Ergotherapie des Therapiezentrum Wuppertal behandelt Patienten aus den Bereichen

In welche Anwendungsbereiche lässt sich die Ergotherapie Wuppertal unterteilen?

Die unterschiedlichen Anwendungsbereiche des Therapiezentrum Wuppertal Mark Buchholz sind:

und die neuropsychologisch orientierte Behandlung, sowie im weiteren Bereich die

Selbstverständlich läst Sie das des Therapiezentrum Wuppertal Mark Buchholz in keiner Phase der Behandlung alleine oder im Unklaren, was weiterhin notwendig ist um eine optimale Therapie für Sie durch zu führen.

Die Beratung steht bei uns immer an erster Stelle. Testen Sie uns bitte.

1.) Will man sich einen Überblick über den Stellenwert des medizinischen Grundwissens in der heutigen und zukünftigen therapeutischen Berufspraxis verschaffen, trifft man zunächst auf unterschiedliche Ansichten:

Einerseits beobachtet man eine gewisse "emanzipatorische" Euphorie: "Gut, das wir uns endlich vom reduktionistischen, pathologiezentrierten medizinischen Modell absetser Bezugswissenschaft loslösen können!"

Man hofft damit, durch Reduzierung medizinischer Lehrinhalte auch mehr curricularen Spielraum für anderes, ebenso notwendiges Grundwissen in der Basisausbildung zu gewinnen.

Andererseits entwickeln sich gerade in jünster Zeit in verschiedenen Bereichen derart hochkarätige fachspezifische Therapieansätze (und entsprechenden qualitätssichernde Forderungen), dass das einschlägige medizinische Wissen der Grundausbildung nicht ausreicht und oft in aufwändigen Weiterbildungskursen geradezu neu erarbeitet werden muss. Diese werden auch in der Ergotherapie Wuppertal besucht

Aus diesen konträren Trends ergeben sich polar gegensätzliche Ansprüche an die ergotherapeutische Berufsausbildung im Hinblick auf Art und niveau der zu vermittelnden medizinischen Wissensinhalte.

Will man beide Seiten gründlich bedenken und Ausbildungsinhalte nicht vorschnell kürzen, umlagern oder praxisfremd akademisieren, sondern eher berufsgerecht gezielt optimieren, gilt es, sich mit einer Reihe von Fragen auseinander zu setzen, die in den jeweils in Klammern genannten Unterpunkten besprochen werden:

Worauf beruht der tatsächliche therapierelevante Wissensbedarf, der in der heutigen Ausbildung Abgedeckt werden soll?

Die übliche Fächerübersicht, die sich der nehmen lässt, und die einzelenen traditionellen medizinischen Lehrinhalte erklären sich aus der historischen Berufsentwicklung der Ergotherapie innerhalb der Medizin.

2.) Welche der jüngsten Trends im Blick auf den heutigen Stellenwert und das künftige Potential der Ergotherapie im Gesundheitswesen sind für Ausbilder von besonderem Interesse.

3.) Drängen sich in der Vermittlung der Traditionellen medizinischen Basisfächer berufsgerechte Anpassungen auf?

4.) Wenn ja, muss sich dies angesichts der aktuellen beruflichen Ausprägung der Ergotherapie fundieren lassen.

5.) Sind bei der Beherrschung und Umsetzung medizinischen Fachwissens verschiedene Anforderungsniveaus gefragt?

6.) Welche pädagogischen Forderungen erwachsen daraus insgesamt für die Planung und Ausgestaltung des entsprechenden Lehrangebotes in Aus- und Weiterbildung.

7.) Welche methodischen Einflussgrößen können zur Optimierung von Unterrichts- und Lehrplangestaltung im Dilemma der zeitlichen Enge und Ressourcenknappheit geteilt genutzt werden? Wer hierbei keine einfache Bestätigung der Bedeutsamkeit traditioneller medizinischer Kenntnisse für die Ergotherapie sucht, sondern vielmehr die damit verbundenen Begründungen und Fragestellungen reflektieren möchte, kann in den folgenden Abschnitten genügend Anregung finden.

Das traditionelle medizinische Grundwissen in der Ergotherapie- Berufsausbildung umfasst drei Niveaus:

  1. Medizinische Grundlagen (basic medical sciences), wie z.ß. Biologie, Anatomie, Physiologie, Neurophysiologie, etc.
  2. Allgemeine und spezielle Krankheitslehre wie z.ß. Pathologie,Neurologie, Orthopädie, Traumatologie, Rheumatologie, etc.
  3. (Adaptiertes) medizinisch- technisches Fachwissen in den Anwendungsbereichen, wie z.ß motorisch- funtionelles, Sensibilitäts- und Prothesentraining, Schienenbau, Rollstuhlversorgung und ergonomische Arbeitsplatzanalyse.

Das Beherrschen und Umsetzen einschlägiger medizinischer Kenntnisse und Kompetenzen auf jedem der drei Niveaus ist von elementarer Bedeutung, um der anspruchsvollen weitgesteckten Berufsarbeit gerecht zu werden.

Der medizinische Unterrichtsstoff wird in Deutschland in den Grundzügen durch die staatlich erlassene Ausbildungs- u. Prüfungsverordnung (APrV) vorgegeben (Raps 2000). Zu diesem Fächerkatalog gesellt sich das ständig wachsende klinische Fachwissen für die Anwedungsbereiche. Auch der Indikationskatalog (DVE 1999) bietet eine reichhaltige Informationsquelle. Solche Dokumente umfassen ein breites allgemeines Wissensspektrum. Im besten Fall orientieren sie sich an den aktuellen Gegebenheiten und Forderungen der Berufspraxis und sollten regelmäßig überprüft und - wenn nötig - überarbeitet werden.

Allerdings wird das gegenwärtige Dilemma offensichtlich, wenn der Indikationskatalog - eine systematisch fachspezifisch geordnete Übersicht - von seinen eigenen Verfassern als "notwendige Orientierungshilfe angesichts kaum noch überschaubarer therapeutischer Möglichkeiten" (DVE, Indikationskatalog 1999) bezeichnet wird. Für Fachdozenten und Praxisanleiter in der Ergotherapie stellt sich heute mehr denn je das Problem der currcularen Grenzziehung und Priorsierung (Beyermann 1993).

Die berufstypische Not der selektiven Beschrankung prägte bereits die Pionierzeit: Beim ersten internationalen Kongress des Weltverbandes der Ergotherapeuten betonte ein Regierungssprecher in der Eröffnungsrede die Bedeutung des selektiven Prinzips für das weitgefasste Berufsbild und dessen Ausbildungsziele (Galbraith 1954).

Heute müssen die Grundvoraussetzungen für ein breites Spektrum an Diagnosen und Funktionsstörungen sowie den entsprechenden ergotherapeutischen Abklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten gewährleistet sein.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der Wissensbedarf bezüglich der medizinischen Grundlagen vervielfacht und diversifiziert hat. Musste man früher gradlinig traditionelles Basiswissen, wie etwa Bau und Funktion des Bewegungsapparates und der Organsysteme erarbeiten, gilt es heute, ein breites Spektrum an Kenntnissen zu absorbieren, wie z.B. zusammenhängendes Reizleitungssystem mit seinen multifunktionalen Rezeptoren, seinen neuronalen Bahnen und und spinalen und zentralen Verschaltungseinheiten sowie den neu erschlossenen Phänomenen der neurophysologischen und neuropsychologischen Plastizität des Nervensystems.

Optimierte Diagnoseverfahren und damit neue Forschungsresultate erweitern und relativieren frühere Kenntnisse.

Angesichts der anspruchsvollen Anforderungen an das Qualitätsmanagement ist eine vielfältige medizinische Sachkenntnis nötig, um bestehende Behandlungsverfahren nicht nur zu übernehmen, sondern fundiert zu überprüfen, entsprechend zu aktualisiern, weiterzuentwickeln und aussagekräftig zu belegen.

Zusätzlich haben sich nach der Anschauung der Verfasserin in der Berufspraxis konzeptionsbedingt über die Jahre hinweg unterschiedliche Stufen der Therapieansätze herausgebildet, die sich im weitesten Sinne den drei Behinderungsgraden der ICIDH-Klassifikation der WHO von 1980 (Matthesius et al. 1995) erstmals zuordnen lassen.

Es versteht sich von selbst, dass je nach Institution alle drei hier skizzierten Therapieformen gleichzeitig vorkommen können. Gemäß der jeweiligen Indikationsstellung ist eher die eine oder andere Ausrichtung angezeigt. Es lässt sich leicht ersehen; dass gemäß der jeweils vorherrschenden Zielausrichtung unterschiedliche Anforderungen an Niveau und Bewältigungsgrad des medizinischen Fachwissens gestellt werden.

Berufsentwicklung der Ergotherapie innerhalb der Medizin

Historisch gesehen, durchlief die Ergotherapie eine sehr artztgebundene Entwicklung. Seit Ihrer Entstehung vor dem ersten Weltkrieg hat sie mit den Entwicklungsschüben in der Medizin und dem damit einhergehenden Panoramawandel der Krankheitsbilder Schritt halten.

Diese junge, eher unkonventionelle und fassetenreiche Berufsgruppe war kontinuierlich darauf bedacht, ihre berufstypischen Therapieverfahren weiterzuentwickeln, um der wechselnden Bedarfslage im Gesundheitswesen, und der Ergotherapie Wuppertal gerecht zu werden.

Die Ergotherapie mit ihrer ureigenen Konzeptkonfiguration bildet zwar von den Anfängen bis heute eine eigenständige Ergänzung und Bereicherung in der Palette der Heilbehandlungen, gleichzeitig stellt sie aber auch eine Herausforderung in der arztzentrierten traditionell naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin dar.

Im deutschsprachigen Raum spiegelt sich diese Entwicklung auch im Wandel der Berufsbezeichnungen wieder : vom medizinischen "Hilfspersonal" über "paramedizinischer" oder auch "nichtärtztlicher Heilberuf" bis zum heutigen Terminus Medizinalfachberuf oder Gesundheitsfachberuf.

Im Streben nach ursprünglicher berufsständiger Anerkennung und Professionalisierung lehnte sich die Ergotherapie mit ihrern Zielformulierungen lange Zeit stark an die kurative pathologiezentrierte herkömmliche Medizin an.

Indikationsschwerpunkte in der medizinischen Rehabilitation der Siebzigerjahre waren daher vor allem aktions- und trainingsorientiert.

Genau besehen, ging es weitergehend um die direkte Beeinflussung einer umschriebenen Pathologie, z.B. einer Gewebsläsion und der dadurch entstehenden diagnostisch erfassbaren Funktionseinschränkung. Dafür sollten entsprechende basistheoretisch angereicherte Stoffpläne in der Ausbildung die nötigen Grundkenntnisse liefern. Medizinische Wissensvermittlung war im Stoffplan umfangreich vertreten, um das Niveau der fachgerechten -mehrheitlich Rehabilitationsbereich genügend abzusichern.

Die medizinischen Kenntnisse sollten die Ergotherapeuten vor allem dazu befähigen, die primär defizitorientierte Diagnostik des Arztes zu verstehen und richtig interpretieren zu können, um dadurch indikationsgerecht zu den ärztlich vorgeschriebenen Therapieprogrammen beitragen zu können - entsprechend dem Prinzip nil nocere (,keinen Schaden zufügen,) von Hippokrates.

Obwohl dieser phasenweise recht begrenzte Behandlungsansatz eigentlich dem von jeher hohen Ganzheitlichkeitsanspruch der Ergotherapie widersprach, war es für den vergleichsweise neuen, ursprünglich noch wenig konturierten Berufszweig wichtig, die interessiert. kritischen Arbeitgeber und die zuständigen gesundheitspolitischen Behörden mit kurzfristig augenfälligen funktionalen Resultaten zu überzeugen.

Im Gegensatz dazu entwickelten sich über die letzten Jahre neue erweiterte gesundheitspolitische Konzepte (z.b. im Rahmen von ICIDH, WHO), welche bekanntlich neben den Ursachen heute vor allem die Auswirkungen von Krankheit, Trauma und Funktionsdefiziten auf die alltägliche Lebensbewältigung der Betroffenen ins Blickfeld rücken.

Angesichts der einschneidenden gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen eben dieser Auswirkungen sind derzeit verbesserte alltagswirksame Versorgungsangebote gesucht! Diesbezüglich trifft Ergotherapie eine als zentral autonomen Alltagsgestaltung.

Ergotherapie Wuppertal ist eine therapeutische Disziplin, die sich gerade durch ihren konkreten Ansatz und ihre alltagswirksamen Resultate im Gesundheitswesen vieler Länder über die Jahre hinweg einen festen Platzgeschaffenen hat. Mit ihren charakterischen Behandlungs- und Beratungsangeboten ist sie in vielen medizinischen Fachbereichen ein nicht mehr wegzudenkendes Komplementarelement.

Diese vielseitig kompetente Berufsgruppe kennt zwar die medizinische pathologie bezogene Symptomanalyse und bezieht sie in ihre befunderhebung mit ein, befasst sich dann aber vor allem mit der Gesamtbetrachtung einer handlunseinschränkenden Problematik und deren mehrdimensionalen Konsequenzen für das betroffene Individuum und dessen Aufgaben und Rollen im Alltag. Sie hat sich im letzten Jahrzent immer deutlicher darauf ausgerichtet, in den Bereichen der Aktumedizin, der Rehabilitation und der Prävention aus ihrem mehrdimensionalen Grundwissen zur jeweiligen situativen Erfassung und Bearbeitung von Problemstellungen einen sythemischen Therapieansatz zu entwickeln (Modelle wie von Kielhofner et al., COPM etc.).

Diese charakteristische Berufsfokussierung führt erfreulicherweise dazu, dass Ergotherpeuten bei gesundheitspanerischen Bedarfs analysen - z.ß. in Krisen- und Aufbaugebieten - in zunehmendem Maß zu Expertisen herangezogen werden. Gerade dadurch wird offensichtlich, dass es heute nicht mehr mehr genügt, in erster Linie traditionelles medizinisches Wissen direkt auf eine funktionale Behandlung von umschriebenen physischen Defiziten einer Betroffenengruppe zu übertragen. Gefragt ist ein mehrdimesionaler Beitrag zu einem bereichsübergreifenden realitätsnahen Versorgungskonzept, in welchem auch Arbeitsbeschaffung und Retablierung von Sozialnetzen Berücksichtigung finden. Es spricht für sich selbst, dass die WHO - der wichtigste Trendsetter innovativer Gesundheitsplanung - den integrativen Ansatz der Ergotherapie erkannt und sich bereits mehrfach zu Nutze gemacht hat (Schwarz 1995).

Das besondere Potenzial der Ergotherapie zeigt sich nicht nur bei zukunfssträchtigen Projekten. Sie beweist auch in unserer westlichen, von Technologie geprägten Instititionsmedizin ihre Brückenfunction zum Alltag, denn auch Budget bewusste Kostenträger und Gesundheitsplaner müssen folgenes erkennen: Menschen, die aus ihren Handlungsbezügen gerissen werden und in Gefahr geraten, sich diesen zu entfremden, werden zwar in unserer effizienten Spitzenmedizin in der Anfangsphase intensiv betreut, erleben dann amer umso krasser nach der heute bekanntlich beschleunigten (vermeintlich kostensenkenden) Entlassung in abrupter Ungeschütztheit die traumatisiernde Konfrontation mit dem komplexen, überforderden Alltag! Dies bewirkt oft den (eher kostensteigernden) Drehtüreffekt, d.h. die Betroffenen werden mit verfrühten Rezidiven und zusätzlichen sekundären Folgesymptomen erneut/vermehrt in stitutionsabhängig!

Um diese Teufelskreis- (Kosten-) Spirale zu bremsen, wird von der WHO ihren Mitgliedstaaten bezeichnender weise dringend empfohlen, die Schwachstellen der Vor- und Nach- sorge im Sinne von "Public Health" und "Community Care " durch gezielten Ausbau der kommunalen gemeindenahen alltags- wirksamen Präventiv- und Betreuungsangebote zu sanieren (Hoffmann- Markwald 1994). Genau in diesem Bereich verfügen die ergotherapeutischen "Professionals" über Schlüsselkompetenzen, die sich lohnen, gezielt auf- und ausgebaut und damit public gemacht zu werden.

Selbst in Ärztekreisen regt sich der Widerstand gegen eine ausschließlich biomedizinisch- technologisch ausgerichtete Apparate- und Rezepte- Medizin (Schipperges 1982), und Forderungen nach einer ganzheitlichen interdiziplinär getragenen Gesundheitsversorgung werden laut. Schipperges spricht von einer eigentlichen Versorgungskrise.

Er geht so weit zu konstatieren: "... von Gesundheit verstehen die Ärzte fast nichts mehr. Sie kennen bald nur noch ihre 40000 Krankheiten und bald werden es 60000 sein..." (Schipperges 1982).

Er zeigt auf, dass die heiltechnich orientierte Interventionspolitik in eine Sackgasse führt und propagiert eine patientenorientierte Heilkunst, welche mehr auf die Resozialisierung des ganzen Menschen als auf die Rehabilition einzelner Funktionen zielt. Gleichzeitig plädiert er für eine Humanisierung der Umwelt, Arbeitswelt und Mitwelt, damit der Arbeitsprozess seine schöpferische Dimension wiedergewinnt.

Damit sind zentrale Elemente des ergotherapeutischen Grundkredos angesprochen. Angesichts dieser Umwandlungen ergeben sich erweiterte Anforderungen an die vielfältige ergotherapeutische Fachkompetenz, die vernetztes medizinisches Grundwissen als unerlässlich einschließt.

Diesen neueren Schwerpunktverschiebungen entsprechend hat sich im letzten Jahrzehnt auch die ergotherapeutische Interventionspalette enorm entwickelt und diversifiziert. In vielen Anwendungensbereichen haben sich Definitionen, Aufgabenprofile, Behandlungsansatze und konzeptonelle Fundierungen der Ergotherapie erweitert und stützen sich heute auf unterschiedliche bezugswissenschaftliche Denkrichtungen. Diese reichen von humanistischen über funktional- reduktionistische bis zu systemtheoretischen Anschauungsweisen (Hagedorn 1997).

In der Anwendungspraxis der Ergotherapie findet man weltweit einen evidenten Konsens in Bezug auf das berufliche Selbstverständnis und die seit Anbeginn bestehende Kernthese: Tätigsein erzeugt Wirkungen, die therapeutisch zur direktem Befähigung des Betroffenen genutzt werden können, seine Alltagsanforderungen stufenweise wieder bewältigen zu lernen. Dieses universelle (in den unterschiedlisten Kulturen praktizierte) Berufskredo basiert auf der menschlichen (und auch medizinisch fundierten) Grunderfahrung, dass Tätigsein eine Vielzahl von Reizen auf den Organismus ausübt und darin Energie- und Steuerprozesse auslöst die gleichzeitig entsprechende Wahrnehmungs- und Anpassungsmechanismen auf allen Ebenen in Gang setzen. Dies lässt sich als ordnender und integrierender Mechanismus mit Wirkung auf den gesamten Organismus beobachten. Die gemeinsam mit de, Patienten erarbeiteten Kompetenzstufen bestimmen, das Erreichen von Teilautonomien, das Ausloten von Einflussgrößen aus der täglichen Realität, das Mit- Begrenzungen- Leben- Lernen und das aktive /Wieder-) Gewinnen und Gestalten der möglichen sozialen Rollen.

Ergotherapie verbindet das entsprechende fachliche - klinisch erprobte und vertiefte - Grundwissen mit einem individualpädagogischen Ansatz. So gesehen bedeutet Therapie gleichzeitig Behandlungen, Beratung und Präsentionsschulung der Betroffenen unter Nutzung aller (gesunden) Potenziale und Ressourcen.

Damit hat die Ergotherapie in der aktuellen Landschaft der Gesundheitswissenschaften einen evidenten Beitrag mit deutlichen Präventivelementen zu bieten. Im 20. Jahrhundert, in dem zunehmend Gesundheit nicht nur als Produkt, sondern auch als Prozess erforscht wird, gewinnt man höchst relevante Erkenntnisse, in welcher Weise dieses "höchste Gut" einerseits von Risiken, andererseits aber auch von verschiedenen personalen und Verhaltenressourcen des Menschen beeinflusst wird (Waller 1996).

In der Ergotherapie wird nicht nur ein funktions- und handlungs-, sondern deutlich auch ein ressourcenbezogener Therapieansatz gepflegt. Dies bedingt neben vielem anderen auch entsprechendes medizinisches Rüstzeug zur professionellen klinisch abgesicherten Berufsausübung.

Im Hinblick auf die komplexen Praxisanforderungen ist ebenso zu beachten, dass der traditionelle medizinische Fächerkatalog heute nicht mehr nur linear und additiv doziert werden sollte. Bereits im selektiven Vermitteln von Basiswissen kann - an Stelle von kumulativem Speichern und Wiedergeben von Stoffinhalten - ein vernetztes problembezogenes Denken gefördert werden.

Beispiel aus der Anatomie: Es bringt wenig, nur die Bezeichnung und Einordnung der knochenkonturen und Muskeleinheiten zu lernen. wenn nicht gleichzeitig biomechanische Funktionszusammenhänge und neuronale Regelmechanismen begreifbar und in vivo übertragbar gemacht werden. Die Strukturen und funktionalen Gesetzmäßigkeiten müssen erfasst und in ihrer antizipierbare psychosomatische Wechselwirkungen organischer Prozesse begriffen und richtig eingeschätzt werden können.

Quelle: Ergotherapie